Was Sie als Unternehmer zum Thema Arbeitszeugnis wissen sollten

Was Sie als Unternehmen zum Thema Arbeitszeugnis wissen sollten

Grundsätzlich hat jeder Mitarbeiter nach der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Hierbei ist es unerheblich, ob die Beendigung durch den Arbeitnehmer, den Arbeitgeber oder in gegenseitigem Einvernehmen erfolgte. Die Erstellung eines Arbeitszeugnisses bzw. eines Zwischenzeugnisses liegt in der Pflicht des Arbeitgebers.          

Einfaches oder qualifiziertes Zeugnis         
Man unterscheidet zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis. Ein einfaches Zeugnis enthält nur Angaben zu den Personalien sowie Art und Dauer der Beschäftigung. Häufig wird diese Form bei kurzen Beschäftigungszeiten, oder Beendigungen während der Probezeit verwendet.
Ein qualifiziertes Zeugnis enthält neben den persönlichen Daten noch Angaben zur Arbeitsleistung, zum Verhalten, der Arbeitsweise sowie zur Qualifikationen des Mitarbeiters. Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, wo ein Arbeitnehmer ein Recht auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis hat. Auch Aushilfen, Praktikanten und insbesondere Auszubildende haben einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.    

Der Arbeitgeber unterliegt der "Wahrheitspflicht". Dies heißt, dass der Arbeitgeber die Leistung des Mitarbeiters möglichst wahrheitsgetreu bewerten soll. Er darf also nicht besser oder schlechter bewertetet werden.        
Dazu muss ein Arbeitszeugnis wohlwollend formuliert sein, um den Mitarbeiter in seinem beruflichen Weiterkommen nicht zu behindern. Weiterhin darf ein Zeugnis keine mehrdeutigen Formulierungen enthalten und alle Aussagen müssen klar und verständlich ausgedrückt werden.

Der Bundesgerichtshof hat es folgendermaßen ausgedrückt: „Der Arbeitgeber muss das Zeugnis mit "verständigem Wohlwollen" ausstellen, um dem Arbeitnehmer das weitere Fortkommen auf dem Arbeitsmarkt nicht unnötig zu erschweren.“  
Da die "Wohlwollenpflicht" oft mit der "Wahrheitspflicht" kollidiert, hat sich in der Praxis die sog. Zeugnissprache entwickelt, um beiden Pflichten gerecht zu werden


Zwischenzeugnis oder Abschlusszeugnis   
Wenn das Arbeitsverhältnis nicht beendet wurde, trotzdem aber ein triftiger Grund für ein Zeugnis vorliegt, dann spricht man von einem Zwischenzeugnis. Gründe sind z.B. ein Vorgesetztenwechsel, eine Veränderung der Tätigkeit, Insolvenz, Auslandsentsendung, Elternzeit oder auch eine Fortbildung.        

Ein Arbeitszeugnisist Bestandteil der Arbeitspapiere und mit dem Tag des Austritts fällig. Oft wird mit dem Eingang der Kündigung (Arbeitnehmer oder Arbeitgeber) aber auch schon ein Zwischenzeugnis erstellt. Bei einem Aufhebungsvertrag ist das „wohlwollende“ Arbeitszeugnis in der Regel Bestandteil des Vertrages.    

Grundsätze
Ein Arbeitszeugnis unterliegt keinen Formulierungsvorgaben. Jedoch arbeiten die meisten Arbeitsgeber mit Zeugnisbausteinen. Im Laufe der Zeit hat sich eine spezielle „Zeugnissprache“ entwickelt, die manchmal auch versteckte Deutungen enthält

Einespezielle Form ist nicht vorgeschrieben, allerdings muss ein Zeugnis auf Geschäftsbriefpapier erstellt werden, aus dem Name und Adresse des Unternehmens ersichtlich ist. Vor allen Dingen darf es keine Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler enthalten.           

Ein Arbeitszeugnis wird in deutscher Sprache erstellt. Auch in internationalen Unternehmen hat der Mitarbeiter keinen Anspruch auf die Ausstellung in Landessprache.    

Die Unterschrift auf einem Zeugnis erfolgt nach einfachen Regeln. Es muss von einem in der Arbeitshierarchie Höherstehenden unterschrieben werden, z.B. von einem Mitglied der Geschäftsführung. Außerdem sollte jemand unterschreiben, der den Arbeitnehmer beurteilen konnte, also der unmittelbare Vorgesetzte.        
Außerdem muss die Vertretungsmacht des Unterschreibenden im Zeugnis zum Ausdruck kommen, also z. B. "ppa." oder „i.V.“           
Grundsätzlich kann die Personalleitung ein Zeugnis unterschreiben.         

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verjährt nach drei Jahren (§195 BGB), oder wenn die Erfüllung unmöglich geworden ist.           

Lange Krankheitszeiten oder auch Elternzeiten sollen nach der Rechtsprechung nur dann erwähnt werden, wenn die gesamten Ausfallzeiten mindestens die Hälfte der gesamten Beschäftigungsdauer umfassten.

Abschlussformulierungen
Arbeitgeber sind grundsätzlich nicht zu Zukunftswünschen bzw. zu „Dankens- oder Bedauerformulierungen“ verpflichtet.   

Allerdings sind diese Abschlussformulierungen in der Mehrzahl aller Zeugnisse vorhanden, so dass man bei einem Fehlen auf eine schlechtere Beurteilung deuten kann.



Erstellung von Arbeitszeugnissen für Unternehmen

Die Erstellung von Arbeitszeugnissen ist zeitaufwändig und kompliziert in seinen Formulierungen. Deshalb sind viele Arbeitgeber inzwischen dazu übergegangen, diese Arbeit an einen Dienstleister auszulagern.  

Manche Arbeitgeber (oft in kleineren oder mittelständigen Unternehmen) erstellen selten Arbeitszeugnisse und kennen sich mit den oft komplizierten Formulierungen der Arbeitszeugnisse nicht aus.      

Mit unserem Service erstellen wir für Ihre Mitarbeiter qualifizierte Zeugnisentwürfe, die unterschriftsreif formuliert werden. Dabei achten wir selbstverständlich darauf, dass alle formalen Anforderungen eingehalten werden und Qualifikationen, Kenntnisse, Tätigkeiten und Erfahrungen wahrheitsgemäß beurteilt werden.  

Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir einen Zeugnisprozess. Anhand Ihrer individuellen Angaben in einem Beurteilungsformular, erstellen wir dann die Zeugnisse und sprechen diese bei Bedarf mit den Führungskräften ab.